Nazis doof, Lahntal fluten!

Expert_innen sagen: Nazis doof, Lahntal fluten!
Nächtliche Übergriffe mit Schwerverletzten, geschlossene Jugendräume und Neonazis auf Festen gegen Rechts – seit dem Sommer 2009 ist die äußerliche beschauliche Gemeinde Lahntal immer wieder in den Schlagzeilen. Was lange kaum jemand benennen wollte: Grund für dieses „Gewaltproblem“ ist eine rechte Jugendclique, die sich im Lahntal Raum verschafft – und dies seit geraumer Zeit ohnenennenswerten Widerstand. Auf Grund der Medienpräsenz im Sommer 2009 konnten sich einige wenige engagierte Gemeindemitglieder aufraffen, die Gründung des Bürgerforums „Gewaltfreies Lahntal“ einzuleiten. Die Aktivitäten beschränken sich auf ein „Brückenfest“ und vereinzelte Informationsveranstaltungen.
Gewalt ist nicht gleich Gewalt
Zunächst wurde das auftauchende Problem pauschal als Gewaltproblem gewertet. Frei nach dem Motto „Gewalt ist böse. Egal ist, woher sie kommt“ wurde sich entsprechend positioniert. Dies verweist zum Einen auf die bundesweite Debatte, die frustriert Jugendliche, Linke, Rechte und Islamisten gerne in einen Topf wirft und Motivationen außen vor lässt. Zum Anderen wird in diesem Zuge eine Auseinandersetzung mit den Überschneidungspunkten von extremer Rechter und krampfhaft verteidigter demokratischer Mitte unmöglich. Bürger_innen scheinen gerne auszublenden, dass Rassismus, Sexismus und Antisemitismus gesamtgesellschaftliche Probleme sind, die sich nicht am Rande der Dorfgemeinschaft abspielen. Leitkulturdebatten, Debatten zur Ausländerpolitik oder sportliche Großveranstaltungen wie die Fußball‐WM 2006 machen dies immer wie der eindrucksvoll und erschreckend deutlich.
Lahntal hat ein Naziproblem.
Um dieses in gesellschaftliche Gesamtzusammenhänge einzubetten und gleichzeitig konkret vor Ort zu agieren, ist eine klare Benennung des Problems von Nöten. Derweil hätten einige Dorfbewohner_innen wohl am liebsten ihre Ruhe und gehen einer Auseinandersetzung aus dem Weg. Praktisches Minimalziel antifaschistischerPolitik muss es dabei sein, rechte Dominanz mit allen Mitteln zu brechen und Raum für kritische Perspektiven auf Gesellschaft zu schaffen. Wir finden es zum Kotzen, dass es im Lahntal soweit kommen musste, das Jugenclubs von Rechten dominiert werden und rechte Cliquen ungestört vor Ort auftreten können . Uns geht es nicht darum, die so genannten Grundpfeiler der Demokratie vor den Nazis zuschützen, sondern vielmehr ist es unser Ziel die Möglichkeiten einer Gesellschaftskritik (vor denNazis) zu verteidigen. Dazu gehört es auch, all diejenigen zu unterstützen, sie sich nicht selbst gegen rechte Umtriebe zur Wehr setzen können. Es wäre fatal darauf zu warten bis brennende Molotow‐Cocktails auf Familienhäuser geworfen werden, um antifaschistisches Engagement zu unterbinden, wie kürzlich in Wetzlar geschehen. Aus diesem Grund fordern wir die Bürger_innen Lahntals auf, endlich aufzuwachen und es bekannten Nazis unmöglich zu machen ihre Ideologie ungestört auf die Straße zu tragen, denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Demo: 17.4. 12h Lahntal-Goßfelden

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