Demoaufruf: Nazivillen dichtmachen! Gegen den Germania-Kongress!

Demonstration: Samstag, den 26.10., Treffpunkt um 11 Uhr an den Pferdestatuen am unteren Steinweg!

Als Teil des das Marburger Bündnis gegen Rechts rufen wir am 26.10. mit zur Demonstration unter dem Motto „Nazivillen dicht machen! Europa entnazifizieren, in Marburg anfangen.“ auf.

Worum geht es genau:
Am 26.10. lädt die Marburger Burschenschaft Germania zur zweiten Auflage des Jungeuropa Kongresses auf ihr Haus ein. Als einer der Redner ist Diego Fusaro angekündigt. Fusaro steht der „Casa Pound“ und ihrem Hausprojekt in Rom nahe, die sich selbst als „Faschisten des 3. Jahrtausends“ bezeichnen. Er scheut auch keine Kontakte zur protofaschistischen „Fünf Sterne Bewegung“ und unterhält in Mailand einen neurechten ThinkTank, der dem „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda ähnelt. Seine Arbeit dort konzentriert sich auf marxistische Theoretiker wie Antonio Gramsci, die er völkisch umzudeuten versucht. Neben Fusaro ist auch Thor von Waldstein eingeladen. Seine politischen Anfänge ging er als Funktionär des NPD-Hochschulverbandes NHB, dessen Vorsitzender er drei Jahre lang war. Nach einigen Fehlschlägen der Partei, ihre nazistische Ideologie in die Parlamente zu tragen, tritt er seit 2017 vor allem im Umfeld des von Götz Kubitschek initiierten extrem rechten „Instituts für Staatspolitik“ auf und sucht die Nähe der „Identitären Bewegung“, einer Ansammlung von faschistischen Möchtegern-Bewegern. Als letzter im Bund ist John Hoewer angekündigt. Er ist Mitarbeiter der Landtagsfraktion der AfD in Sachsen-Anhalt und Alter Herr der Germania Köln. Darüber hinaus arbeitet er gemeinsam mit dem Marburger „Germanen“ Philip Stein an dessen extrem rechter Spendenplattform „Einprozent“. Stein ist Inhaber des Verlags „Jungeuropa“ und Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft. Er zählt zum Kreis der Organisatoren des Kongresses. Gemeinsam mit Hoewer reiste Stein 2017 nach Italien, um sich vor Ort ein Bild von der „Casa Pound“ zu machen.

Dass die Germania kein Naziproblem hat, sondern ein Naziproblem ist, ist in der Stadt hinreichend bekannt. Obwohl es seitens der Burschenschaften körperliche Angriffe auf Journalist*innen gab, über die auch überregional berichtet wurde, spielen die Naziburschenschaft Germania und ihre Schwesterverbindungen Rheinfranken und Normannia-Leipzig seit dem Ende des Marktfrühschoppens in der Stadtöffentlichkeit kaum noch eine Rolle – und erst recht nicht an der Universität.

Aus den Augen, aus dem Sinn…
Ihre Bedeutung als Kaderorganisation und Ausbildungsstätte im völkischen Netzwerk des Rechtsrucks ist dafür umso größer geworden. Zusammen mit dem Völkischen „Flügel“ der AfD und anderen Organisationen der extremen Rechten, z.B. der Spendensammelorganisation Einprozent und den Identitären, versuchen sie in Deutschland den Rechtsruck systematisch voran zu treiben. Die Germania stellt AfD-Mitarbeiter, die in diversen Landesfraktionen die völkische Politik der Deutschen Burschenschaft in die Parlamente tragen. Germanen sind bei den Identitären in führender Funktion aktiv, wie der Landesleiter Hessen, Heinrich Mahling, oder Patrick Bass, der als Rapper „Komplott“ seine rassistische und sexistische Hetze verbreitet. Die Marburger Burschen machen aus ihrer Gesinnung keinen Hehl. Sie publizieren in diversen extrem rechten Zeitschriften, halten Reden bei PEGIDA, organisieren sich in der AfD und mischen in der rassistischen Mobilisierung in Chemnitz mit. Die Burschen der Deutschen Burschenschaft sehen sich selbst als Elite, die den rassistischen Mob auf der Straße anführen soll. Sie hetzen gegen Geflüchtete, gegen die Gleichstellung der Geschlechter, gegen eine offene und pluralistische Gesellschaft. Ein Blick auf die Facebookseite der Germania genügt, um sich davon zu überzeugen. Alle diese Kader wurden in Marburg ausgebildet und haben, meistens still und unauffällig, an der Philipps-Universität studiert. Während noch in 2011 eine Veranstaltung mit dem Kasseler Faschisten Pierre Krebs, auf Druck der Altherrenschaft der Germania abgesagt werden musste, ist das Germanenhaus mittlerweile zu einer der wichtigsten Netzwerkstellen in Hessen geworden, bei der sich die extreme Rechte die Klinke in die Hand gibt. Ob Andreas Lichert oder Götz Kubitschek, ob IB-Gruppe oder die hessische Junge Alternative – die völkische Bewegung trifft sich gern in Marburg und die Veranstaltung kommenden Samstag ist wie ein Geschenk fürsie. Ungestört und intern plant man sich im Haus der Germania über Strategien zu verständigen und Netzwerke zu spinnen, um den gesellschaftlichen Rechtsruck voran zu treiben.

Aber nicht mit uns! Wir überlassen die Stadt nicht unwidersprochen den faschistischen Kräften. Wir bieten ihnen die Stirn! Wir treten in Marburg ein für die Emanzipation und ein solidarisches Miteinander – wir stehen ein gegen Rassismus! Kommt deshalb am 26.10. um 11 Uhr mit uns auf die Straße, wenn es heißt „Nazivillen dicht machen! Europa entnazifizieren, in Marburg anfangen.“

Blogpost: https://buendnisgegenrechtsmarburg.home.blog/2019/10/23/demoaufruf-nazivillen-dichtmachen-gegen-den-germania-kongress/

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1356857624491333/

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