PM: Burschenschaft Germania – Rechte Rituale – Neonazis – Demo angekündigt

PM: Burschenschaft Germania – Rechte Rituale – Neonazis – Demo angekündigt

Pressemitteilung vom 17.12.2014

Am Sonntag den 21.12.14 lädt die extrem rechte Burschenschaft Germania Marburg im Verborgenen zu einer Wintersonnenwendfeier in die Lutherstraße 3 ein. Das Ritual besteht aus dem Verbrennen eines sogenannten Keltenkreuzes, und ist dem neuheidnischen Germanentum entlehnt. Ein altertümlicher Brauch, der heutzutage maßgeblich in der völkischen Rechten und von Neonazis praktiziert wird. Es haben sich ultrarechte Burschenschafter aus dem ganzen Bundesgebiet angekündigt.

Angesichts der politischen Ausrichtung der Burschenschaft Germania ist es unmöglich diese Sonnenwendfeier als nichtssagendes Fest zu sehen. Viel eher kann man daran ablesen an welche Bräuche die Germania anknüpft: Nicht zufällig überschneidet sich der Feiertagskalender der Burschenschaft mit dem der NS-Zeit. Der Bezug auf das völkische Germanentum mit den Sonnenwendfeiern passt in die extrem rechte Agenda der Burschenschaft.

Diese Agenda zeigt sich auch in der personellen Zusammensetzung: Der Blog „Naziwatch Marburg“ veröffentlichte im Dezember 2014 die Personalia von fünf Aktivisten der Germania. Unter diesen Personen findet sich auch beispielsweise Tobias Sauer, der Anmelder einer Nazidemo in Baden Württemberg, sowie andere Aktivisten rechter Kameradschaften. Die Veröffentlichung kann dettailiert unter http://naziwatchmarburg.noblogs.org gelesen werden.

Nun übernimmt eben diese angehende Kameradschaft ab dem 17.01.15 den bundesweiten Vorsitz des als extrem rechts geltenden Dachverbandes ‚Deutsche Burschenschaft‘. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser unter der Leitung der Germania weiter radikalisiert, auf jeden Fall wird jedoch extrem rechte Politik bundesweit aus Marburg gesteuert und verwaltet.

Um auf diese alarmierenden Entwicklungen aufmerksam zu machen ruft die antifa gruppe 5 unter dem Motto „Nazivilla Germania dichtmachen!“ am 31.01.2015 zur antifaschistischen Demonstration in Marburg auf. Treffpunkt der Demo wird vor dem Hauptbahnhof sein. Alle Informationen zur Demontration können unter http://nazivilla.blogsport.de eingesehen werden.

Marburg hat ein Naziproblem, es heißt Burschenschaft Germania.

Aufruf: Nazivilla Germania dichtmachen!

Aufruf: Nazivilla Germania dichtmachen!

Am 17. Januar 2015 übernimmt die Marburger Burschenschaft Germania den Bundesvorsitz des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft (DB). Damit steht ab nächstem Jahr eine neonazistische Vereinigung an der Spitze eines ohnehin reaktionären Verbandes. Wir nehmen dies zum Anlass gegen die Burschenschaft Germania, deren Verstrickung in die Neonaziszene und gegen das extrem rechte Weltbild der Deutschen Burschenschaft zu demonstrieren.

Dass die Deutsche Burschenschaft ein Rückzugsort für Studenten mit extrem rechten Gedankengut ist, weiß spätestens seit dem Ruf nach dem sogenannten Ariernachweis (Spiegel) jede_r. Mit der Übernahme des Vorsitzes durch die Marburger Burschenschaft Germania nimmt diese Tendenz eine weitere Facette an.

Mit den Germanen übernimmt eine neonazistische Gruppierung den Vorsitz einer bundesweiten Organisation rechter Studenten. Die Trennung des rechten Lagers in intellektuelle Neue Rechte und schlägertypische Kameradschaften gibt es in Marburg nicht mehr. Die ansässigen DB-Burschenschaften – vor allem die Germania und die Rheinfranken – stellen Räume und Strukturen für neonazistische Politik, ob Fackelmärsche, Vorträge, Flugblattaktionen oder Naziaufkleber in der Stadt.

Dies liegt nicht zuletzt an der Zusammensetzung der Aktiven der Burschenschaft Germania. Antifaschistische Gruppen deckten auf, dass sie sich derzeit aus ehemaligen Kadern freier Kameradschaften, Funktionären der Jungen Nationaldemokraten, völkischen Fanatikern und Aktivisten der Neuen Rechten rekrutiert. Als Anlaufpunkt für die hiesige Neonaziszene haben die Verbindungshäuser Lutherstraße 3 und 5 zweifelhaften Ruhm erlangt.

Gleichzeitig wird bundesweit extrem rechte Politik von Marburg aus gesteuert und verwaltet. Denn als Vorsitzende gibt die Burschenschaft Germania ab 2015 dem letzten völkisch-rechten Studentenverband der BRD, der Deutschen Burschenschaft, den Ton an. Und der Ton in der Villa der Germania mit der Hausnummer 3 ist seit jeher tiefbraun.

Wir stellen dem Treiben der Burschenschaft Germania unseren entschlossenen Widerstand entgegen. Marburg bleibt rot.

Die Nazivilla Germania dichtmachen! Gegen die Vorsitzende der DB!

Antifa Demo
Sa, 31. Januar 2015
18 Uhr, Marburg Bahnhofsvorplatz

Zum Tod des 20-jährigen Studenten in Marburg

Am Morgen des 12.10.2014 gegen 6 Uhr wurde an der Ecke Reitgasse/Schuhmarkt in Marburg ein 20-jähriger Student erstochen. Dieser wohnte erst seit wenigen Wochen in Marburg und wollte ein Studium der Sozialwissenschaften beginnen. Der 26-jährige Tatverdächtige studiert Pharmazie und ist Verbindungsstudent aus der Landsmannschaft Nibelungia zu Marburg. Die Nibelungia ist eine pflichtschlagende Verbindung, ansässig im Hainweg 20 in Marburg, und organisiert im Dachverband Coburger Convent.

Laut Presseberichten wurde der 20-jährige mit einem Stich ins Herz durch ein Klappmesser getötet. Dem ging ein Streit mit mehreren Personen in der Bar DesBARado, Reitgasse 5 voraus. Ob sich der Streit um die Verbindungszugehörigkeit des 26-jährigen drehte, ist uns bisher nicht bekannt. Laut Presseberichten ging es um ein Einstecktuch – ob dieses Tuch ein Zeichen seiner Verbindungszugehörigkeit war oder ob der Verbindungsstudent sich als solcher zu erkennen gab, ist uns ebenfalls unbekannt.

An dieser Stelle steckt eine valide antifaschistische Analyse in einem Dilemma: Verbindungen erziehen ihre Mitglieder zu reaktionär verwendeten Werten wie Ehre, Treue und mannhafter Wehrhaftigkeit. Inwieweit dies jedoch mit der konkreten Tat in Zusammenhang steht, bleibt noch zu klären.

Es bleibt immens wichtig, bei dem weiteren Verfahren und den Ermittlungen einen politischen Blick zu bewahren. Ein politisches Motiv ist nämlich nicht auszuschließen.

ROTER MONTAG #3: Waffen für die YPG!

ROTER MONTAG #3: Waffen für die YPG!

Am 27.10. um 20 Uhr zeigen wir zusammen mit der YXK Marburg zum dritten „Roten Montag“ die Doku „The Silent Revolution“ im Cafe Trauma. Es geht um den revolutionären Aufbauprozess in Rojava, Kurdistan.

Beim anschließenden Barabend ab 22 Uhrwerden wir Spenden für die YPG/YPJ sammeln. Folgend der Kurzaufruf:

Waffen für die YPG!

Spendet für die Verteidigung der Revolution in Rojava!

Seit Wochen spitzt sich die Lage im Konflikt um die kurdische Stadt Kobanê zu. Die Faschisten des “Islamischen Staates” versuchen die Stadt einzunehmen und bedrohen das gesamte kurdische Projekt Rojava. Ein multiethnisches, sozialistisches Gemeinwesen jenseits nationalstaatlicher Grenzen, dass den Befreiungskampf der Frau als eines der zentralen Elemente in sich trägt. Ein absolutes Novum im arabischen Raum und die Perspektive zu einem dauerhaften Frieden und einem besseren Leben für die Menschen in diesem Teil der Welt. Der religiöse Faschismus in Form der Mörderbanden des IS und die repressive antikurdische Politik der Türkei bedrohen dieses Projekt in seinen Grundfesten. Es ist Zeit Solidarität mit unseren kämpfenden Genoss_innen in Rojava zu zeigen.

Und was diese brauchen sind vor allem eins: Waffen.

Die YPG als Volksverteidigungskräfte und die Partei PYD der Region Rojava müssen endlich politisch anerkannt werden, auch um Waffenlieferungen zu erhalten. Solange das nicht passiert, müssen solidarische Linke das wohl selbst übernehmen.

Bringt eure Spenden zum Barabend am 27.10.!