Organisierte Neonazis bei Hygiene-Demo in Marburg

An der Nicht-ohne-uns-Demo am 09. Mai haben organisierte Neonazis teilgenommen. Diese wurden nun in Marburg geoutet, wie u.a. die Kampagne Kein Frieden mit Antisemiten auf ihrem Blog dokumentiert. Ein Teil der Nazis bewegt sich im Umfeld der Naziparteien Die Rechte und Der III. Weg. Außerdem ist ein Bezug zur Rechtsrockszene nachweisbar, darunter zu Veranstaltungen in Themar. Die identifizierten Personen stammen alle aus Hessen. Wenn ihr weitere Infos zu den gezeigten Personen habt, wendet euch an lokale Antifagruppen oder die Kampagne!

Redebeitrag: Frauenkampftag 2020

Redebeitrag: Frauenkampftag 2020

Heraus zum Frauenkampftag – Für einen feministischen Antifaschismus!

Hier unser Redebeitrag zur diesjährigen Vorabenddemo zum Frauenkampftag:

In antifaschistischen Kontexten hat sich die Tradition eingeschlichen, dass diese Kontexte männlich dominierte Kontexte sind. Wenn wir antifaschistische Arbeit machen, müssen wir uns damit beschäftigen. In der Vergangenheit haben wir dies bereits getan, doch Antifaschismus braucht weiterhin Feminismus. Das heißt für uns auch, dass wir uns mit verschiedenen feministischen Kämpfen beschäftigen müssen.

In antifaschistischen Kontexten mag Feminismus immer wieder als ein Nebenwiderspruch unter den Tisch fallen gelassen. Doch wenn wir gemeinsam gegen den Antifeminismus, gegen den Sexismus der extremen Rechten kämpfen, müssen wir auch vor der eigenen Haustür kehren. Wenn unser Feminismus sich nur für cis-Frauen einsetzt, ist er wenig wert. Wenn unser Feminismus sich nur für heterosexuelle Frauen einsetzt, ist er wenig wert. Es gilt, feministische Kämpfe von Frauen, Lesben und inter, non-binary und trans Personen zu verbinden.

Um dies zu tun, muss uns klar sein, dass wir verschiedenen Position in Macht- und Herrschaftsverhältnissen einnehmen. Wir müssen unsere Positionen kritisch hinterfragen, um gemeinsam gegen Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu kämpfen. Es scheint uns leider so, als sei dies noch nicht in allen antifaschistischen Kontexten angekommen. Eine berechtigte Kritik, wie jene, dass das Patriarchat nicht einfach „wegeglitzert“ werden kann, schwänkt schnell in eine generelle Ablehnung um gegen alles, was queer ist, was nicht hetereo-cis-männliche Antifa ist.

Es wird sich selbst auf das Podest der scheinbar progressiven Ideologiekritik gestellt, um zu erklären, was in queeren Kontexten alles falsch läuft – gespickt mit geringschätzigen Witzen über die Abkürzung achso-umständliche Abkürzung FLINT oder Emotionalität. Dass das Podest, von dem aus gesprochen wird, als Fundament Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit besitzt, wird schnell vergessen. Stattdessen wird eine Atmosphäre erzeugt, in der es so erscheint, als würde alle wirklich wichtige antifaschistische Arbeit von hetcis-Männern erledigt. Sobald FLINT sich einer Aufgabe annehmen, scheint diese keine Arbeit mehr darzustellen.

Wir sind aus verdammt vielen Gründen wütend. Die Unsichtbarmachung von FLINT, die Unsichtbarmachung ihrer Arbeit und dem Unwillen, sich auch innerhalb antifaschistischer Kontexte mit verschiedenen feministischen Kämpfen auseinanderzusetzen und zu solidarisieren. Wir wollen den diesjährigen Frauenkampftag nutzen, um einen Anstoß zu geben, dass sich in antifaschistischen Kontexten mit dem eigenen Sexismus, der eigenen Homofeindlichkeit und auch der eigenen Transfeindlichkeit auseinandergesetzt wird.

Und zugleich wollen wir allen FLINT sagen: Wir sehen euch, wir sehen eure Arbeit, eure Wut, eure Kämpfe. Wir sind als antifaschistische Gruppe Teil dieser Kämpfe, wir gehen heute gemeinsam auf die Straße und wir kämpfen auch an jedem anderen Tag gemeinsam gegen Patriarchat und Sexismus. Antifa ist lesbisch. Antifa ist trans. Antifa ist nonbinary, bi und weiblich. Und deswegen ist Antifa nicht weniger wert. Antifa ist Teil verschiedener feministischer Kämpfe und es wird Zeit, dass zu zeigen. Wir kämpfen gemeinsam gegen den Faschismus und seinen Antifeminismus. Gegen Rechts hilft kein Sexismus, unsere Antwort lautet  Feminismus.

Aufruf: Marburg gegen Faschismus – Solidarität mit Rojava!

Aufruf: Marburg gegen Faschismus – Solidarität mit Rojava!

Wir unterstützen den Aufruf des Kurdistan-Soliplenum Marburg und rufen zur Demo am kommenden Donnerstag auf!

Marburg gegen Faschismus – Solidarität mit Rojava

Am 9. Oktober befahl das türkische Regime seinen Streitkräften den Einmarsch in Gebiete der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien. Die türkische Armee rückt seitdem auf kurdische, arabische und christliche Viertel in verschiedenen Städten Rojavas vor. Aus der Luft, mit Artillerie und Panzern werden Wohnviertel und zivile Infrastrukturen wie z.B. die Strom-und Wasserversorgung beschossen.

Unterstützt wird dieser Feldzug von islamistischen Milizen, die frühere Kommandeure des „Islamischen Staates” genauso einschließen wie Kämpfer der Terrororganisation Ahrar al-Sham. Das wollen wir auch in Marburg nicht unbeantwortet lassen!  Deswegen werden wir gemeinsam ein deutliches Zeichen setzen gegen den erstarkenden Faschismus, dessen tödliche Auswirkungen sich gerade in Rojava mehr als deutlich zeigen.

Wie auch in Deutschland. Seien es Hetzjagden in Chemnitz, das Erstarken der AfD, der NSU und weitere Morde faschistischer Strukturen an PoC-Personen, Politiker*innen und Aktivist*innen oder die neuesten und schrecklichen, antisemitischen und rassistischen Anschläge in Halle.

Faschismus tötet – überall! Deshalb: Alle gemeinsam gegen den Faschismus!

Wir rufen alle demokratischen, sozialistischen, feministischen Kräfte, die Friedens- und Ökologiebewegung, die Klimagerechtigkeitsbewegung, die antifaschistische und antirassistische Bewegung und alle Einzelpersonen, die dieses Unrecht nicht mitansehen wollen, dazu auf, jetzt aktiv zu werden.

Rojava vereint die Werte von Ökologie, Basisdemokratie und Frauen*befreiung und stellt eine der wenigen emanzipatorischen
Alternativen unserer Zeit dar. Wir fordern die Bundesregierung auf den nötigen Druck auf die Türkei auszuüben, um die Invasion zu stoppen, mit sofortiger Wirkung auch die schon bestehenden Waffenexporte in die Türkei zu stoppen, die Abkehr der Bundesregierung vom EU-Türkei-Flüchtlingsdeal, den Druck zu erhöhen eine Flugverbotszone einzurichten und sofortige Unterstützung der Bunderegierung bestehender medizinischer Strukturen in Nord- und Ostsyrien.

Demonstration: Donnerstag, den 17.10. um 18 Uhr am Hbf

Zugtreffpunkt: Naziaufmarsch in Kassel verhindern!

Zugtreffpunkt: Naziaufmarsch in Kassel verhindern!

Für den 20. Juli mobilisiert die Nazipartei ‚Die Rechte‘ zu einer Demonstration nach Kassel. Hintergrund ist der Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke. Wir erklären uns solidarisch mit allen Antifaschist*innen in Kassel, die sich den Nazis entgegen stellen wollen! Das Bündnis gegen Rechts Marburg plant daher einen Zugtreffpunkt, um gemeinsam am 20. Juli von Marburg nach Kassel zu fahren. Wir treffen uns am Samstag um 08:00 Uhr am Hauptbahnhof um gemeinsam nach Kassel zu fahren!

Hier die Mitteilung der Gruppe TASK aus Kassel: Geplanter Naziaufmarsch am 20. Juli 2019 in Kassel

Nachdem einer der ihren den CDU Politiker und Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni 2019 ermordete, weil dieser sich für die Unterbringung von Geflüchteten einsetzte, planen nun Neonazis eine Demonstration durch Kassel. Kaum zu glauben aber wahr: In einem an Wahnwitz kaum zu überbietenden Versuch, die Tatsachen in ihr Gegenteil zu verdrehen, wird der Mord als Anlass genommen, gegen „Pressehetze“ und die „Verleumdung“ ihrer Kameraden zu protestieren. Am späten Abend des 5. Juli wurde bekannt, dass die Faschisten von „Die Rechte“ für den 20. Juli zu einem Aufmarsch in Kassel mobilisieren. Entsprechende Ankündigungen wurden beim Rechtsrock-Festival in Themar vom „Die Rechte“-Chef Sascha Krolzig gemacht.

https://task.noblogs.org/post/2019/07/06/geplanter-naziaufmarsch-am-20-juli-2019/

Gemeinsam gegen rechten Terror!
Kein Fußbreit den Mördern und Faschisten!
Naziaufmarsch am 20. Juli in Kassel verhindern!

Wider der rechten Landnahme – Nazipropaganda und Übergriffen entgegen treten!

Wider der rechten Landnahme – Nazipropaganda und Übergriffen entgegen treten!

Pressemitteilung des Bündnis gegen Rechts Marburg im Zuge vermehrter Nazipropaganda im Landkreis

Seit einigen Wochen müssen wir feststellen, dass die Präsenz von extrem rechter Propaganda in der Stadt und der Umgebung sehr stark zugenommen hat. Mittels rassistischen Flugblättern, Plakaten und Stickern versuchen unterschiedliche Naziorganisationen ihre menschenverachtenden Inhalte in den öffentlichen Raum zu tragen. Die Stränge der Organisationen laufen in Marburg immer wieder bei der Burschenschaft Germania zusammen.

Im Rahmen der Europawahl verteilte die Nazi-Kaderpartei der III.Weg in und um Marburg Flugblätter in Briefkästen. Bisher waren in Marburg nur wenig Aktivitäten der Partei zu verzeichnen, ihre Schwerpunkte liegen in Hessen im Raum Westerwald sowie in Fulda. Zuletzt führte die Partei im Februar einen Aufmarsch in Fulda durch, an dem 150 Nazis teilnahmen, darunter auch Personen aus Marburg. Personell führt die Spur in Marburg auf das Germanenhaus: kürzlich berichtete die Rechercheplattform LSA Rechtsaußen davon, dass Till Weckmüller, Mitglied der Marburger Burschenschaft Germania, aus seiner Zweitverbindung, der Halle-Leoboner Burschenschaft Germania ausgeschlossen wurde, weil er die Adresse des Verbindungshauses für die Kommunikation zwischen seiner Partei III. Weg und den Behörden benutzt hatte. Er sei nur unter der Prämisse Mitglied geworden, seine Parteiangelegenheiten privat zu halten, so die
Rechercheplattform.

Insbesondere die „Identitäre Bewegung“ versucht in der Stadt ihren Hass zu verbreiten. In der Stadt wurde eine Vielzahl von Aufklebern und Plakate der ihnen nahestehenden Einprozent-Initiative verklebt. Die rechte Spendensammelorganisation EinProzent wird von Philip Stein, Mitglied der Burschenschaft Germania Marburg, geleitet und arbeitet eng mit den Identitären zusammen.

Stein organisierte im November zusammen mit anderen Mitgliedern der Marburger Germania eine Veranstaltung mit dem ideologischen Ziehvater der sogenannten ‚Neuen Rechten‘, Alain de Benoist, gegen die wir als Bündnis eine große und erfolgreiche Demonstration organisierten. Es fanden sich auf dem Haus der Germania Kader der Identitären aus dem ganzen Bundesgebiet, Politiker der AfD sowie Kader und Mitglieder der Partei der III. Weg ein.

Neben den Plakaten haben wir Unmengen von rassistischen und völkischen Aufklebern aus dem Stadtbild entfernen müssen. Beim verkleben wurde drei Mitglieder der Marburger Identitären, die gleichsam auch Mitglieder der Germania Marburg sind, beobachtet. Neben dem Leiter der IB Hessen, Heinrich Mahling, wurden die Aktivisten Franzisko K. Und Nicolas K. erkannt. Bei den Aufklebern fanden sich Motive von Einprozent, aber auch den Identitären selbst sowie der Nazizeitschrift Sezession, für die einige Mitglieder der Marburger Germania regelmäßig schreiben. Die Identitären beließen ihren Willen zur Sachbeschädigung aber nicht beim Kleben von Aufklebern und Plakaten, zwei von ihnen, Heinrich Mahling und Nicolas K., demolierten in der Nacht vom 13. auf den 14.06. zwei Schaukästen am Lahntor, die vom Hessischen Landestheater genutzt werden.

„Wir überlassen den Nazis nicht den öffentlichen Raum. Wir stellen uns ihnen und ihrer Propaganda entgegen und werden nicht müde werden, auf die rechten Netzwerke in und um Marburg hinzuweisen und dagegen zu arbeiten!“, so die Sprecher_in des Bündnis gegen Rechts. Das Bündnis bittet alle antifaschistisch gesinnten Menschen in Marburg um Mithilfe: Findet ihr Propagandamaterial der Nazis in der Stadt, entfernt es gerne und/oder gebt die Infos an eure lokalen Antifa-Gruppen weiter!

Pressemitteilung: Proteste gegen die AfD am 18.05.19 in Marburg-Bauerbach

Pressemitteilung: Proteste gegen die AfD am 18.05.19 in Marburg-Bauerbach

Protest gegen Gauland und die AfD am 18. Mai 2019 in Marburg-Bauerbach – Pressemitteilung des Bündnis gegen Rechts Marburg

Für den vergangenen Samstag hat das Bündnis gegen Rechts Marburg zur Demonstration im Ortsteil Marburg-Bauerbach gegen eine Veranstaltung der AfD Marburg-Biedenkopf aufgerufen. Dem Motto „Zusammenstehen – für ein solidarisches Mittelhessen“ schloss sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, außerparlamentarische Bewegungen, Zivilgesellschaft, Anwohner*innen und Parteien an. Über 1.500 Menschen folgten dem Aufruf und demonstrierten kreativ und lautstark gegen die AfD.

„Dieser Vorstoß der AfD in die Marburger Stadtgesellschaft zielt auf eine weitere Verschiebung des demokratischen Diskurses ab. Bereits in der jüngeren Vergangenheit ist über die gleiche Taktik das faschistoide Gedankengut der AfD in die gesellschaftliche Mitte gerückt. Der neu gegründete AfD Ortsverband ist der parlamentarische Arm der schon lange vorhandenen reaktionären Kräfte in der Stadt. Für uns und unseren Protest war auch deshalb klar, dass wir den Rassist*innen der AfD nicht kampflos den öffentlichen Raum überlassen werden“, erklärt Leonie Fröhlich vom Bündnis gegen Rechts. Um die AfD-Veranstaltung waren auch erneut Plakate und Sticker der sogenannten Identitären Bewegung aufgetaucht. Dies ist kein Zufall, denn die IB besteht aus rechten Burschenschafts-Kadern aus Marburg, die zum Teil auch beim Aufbau der AfD aktiv sind, wie in der Kampagne Stadt, Land, Volk nachzulesen ist.

Bereits im Vorfeld organisierte das Bündnis gegen Rechts mit Unterstützung der Anwohner*innen Bauerbachs eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus, um über die Veranstaltung aber auch die Gegenproteste aufzuklären. „Insbesondere war uns dabei wichtig Ängste und Befürchtungen der Anwohner*innen ernst zu nehmen, die nicht nur von der AfD, sondern auch von den Behörden und durch Flyer der örtlichen CDU geschürt wurden. Wir wollten darüber aufklären, dass keine Gefahr seitens der Gegenproteste gegenüber Bürger*innen besteht. Unser Protest richtete sich einzig und allein gegen die Programmatik und die Kader der AfD, sowie ihr faschistoides Gedankengut.“, ergänzte Sebastian Müller.

Die Protestaktionen waren dabei so vielfältig und kreativ wie die Teilnehmer*innen der Demonstration. Zahlreiche Transparente, Banner und Schilder, die Demo-Zug und Vorgärten zierten, machten deutlich, dass es in Bauerbach keinen Platz gibt für rechte Hetze. Bereits vor Anfang der Veranstaltung waren Demonstrant*innen lautstark präsent, sodass auch das Bauerbacher Bürgerhaus, der Tagungsort, stetig bis weit über das Ende hinaus beschallt wurde. Gemeinsam standen die Demonstrant*innen für ein solidarisches Mittelhessen ein. Für Antifaschismus, Klimagerechtigkeit, offene Grenzen und eine Stadt für Alle, was auch spiegelbildlich von den Bündnis-Gruppen vertreten wird. Rassismus ist keine Antwort auf die soziale Frage.

Aufgrund blockierter Zufahrtsstraßen verspätete sich Alexander Gauland. Als er den Veranstaltungsraum betrat waren nur 48 Personen anwesend, deutlich weniger als von der AfD erwartet. Der deutliche Gegenprotest hielt viele der AfD-Anhänger*innen davon ab die Veranstaltung zu besuchen. „Wir konnten die Veranstaltung maßgeblich stören und insbesondere deutlich machen, dass Veranstaltungen faschistoider Akteur*innen in Marburg und dem Umland keinen Platz haben. Auch in Zukunft gibt es hier keinen Fußbreit für die AfD“, stellt Leonie Fröhlich fest.

Dabei standen wir nicht alleine, gemeinsam mit vielen regionalen und überregionalen Unterstützer*innen konnten wir zeigen, dass Mittelhessen solidarisch zusammensteht. Unser Dank gilt all denjenigen, die solidarisch mit uns am Samstag auf die Straße gegangen sind und täglich über selbst gewählte Aktionsformen für eine befreite Gesellschaft streiten. Nazi sein heißt hier Probleme kriegen!

Demo: Zusammenstehen – Für ein solidarisches Mittelhessen

Demo: Zusammenstehen – Für ein solidarisches Mittelhessen

Am 18.05. veranstaltet der frisch gegründete AfD-Ortsverband Marburg eine Wahlkampfveranstaltung anlässlich der Europawahl im Bürgerhaus in Marburg-Bauerbach. Als Hauptredner wird der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland erwartet. Dieser ist in der Vergangenheit bereits häufig durch seinen Geschichtsrevisionismus und Rassismus aufgefallen. Dass die AfD Marburg sich direkt nach ihrer Gründung einen solchen Redner einlädt, lässt vermuten, dass sie mindestens keine Berührungsängste mit dem äußerst rechten Rand der AfD hat oder sogar zu diesem gehört. Wir verstehen es als Provokation, dass der AfD Ortsverband in die Marburger Öffentlichkeit drängt und gleichzeitig motiviert es uns, unsere geballten politischen Kräfte aufzuwenden und uns von Anfang an entschlossen dagegen zu stellen. Niemand kann mehr sagen, nichts von der menschenverachtenden Ideologie der AfD zu wissen.

Die AfD ist keine Alternative!

Sie bietet keine Antworten auf Sozialabbau, Mietenwahnsinn, Massengrab Mittelmeer und Klimawandel. Es ist unsere zivilgesellschaftliche Pflicht auf die Straße zu gehen, um das diskriminierende, reaktionäre und faschistoide Gedankengut der AfD nicht unkommentiert zu lassen.

Gemeinsam werden wir der AfD den Tag vermiesen und ihre Veranstaltung
lautstark und kreativ stören. Wir wollen aber auch zeigen, wofür es sich
zu kämpfen lohnt. - Bündnis gegen Rechts Marburg

Demo – 18.05. – 16 Uhr Bauerbach (Kreuzung Bauerbacher Str. / Am Forsthaus – Ortsausgang nach Ginseldorf)
Facebook: www.facebook.com/events/432035250677694

Gemeinsame Anreise ab Marburg:
Treffpunkt – 16:15 Uhr – Hbf Marburg
-> Linie 11: 15:34 Uhr (entspannte Anreise) und
16:34 Uhr (hoher Andrang!)
(Es wird mit einem hohen Andrang bei den Busanreisen gerechnet. Wenn ihr entspannt anreisen wollt, enspehlen wir die Bus Linie 11 um 15.34 Uhr. Das Rahmenprogramm der Demo wurde um eine Stunde auf 16 Uhr vorverlegt.

Antifaschistische Fahrradtour: Treffpunkt – 16 Uhr – Südbahnhof

Infoveranstaltung: 16.05. – 20.30 Uhr – Café am Grün
www.facebook.com/events/333942953934164/

Buchvorstellung: Gender & Rechtsextremismus

Buchvorstellung: Gender & Rechtsextremismus

Buchvorstellung: Rechtsextremismus Band 3 – Geschlechterreflektierte Perspektiven

Band 3 der von der Wiener Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU) herausgegebenen Rechtsextremismus-Reihe befasst sich mit Verhandlungen von Geschlecht im Rechtsextremismus. Der Band versucht sowohl einen Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand zu geben als auch auf bislang kaum bearbeitete Themenaspekte und Akteur*innen einzugehen. Dazu gehören etwa Phänomene wie die aktive Partizipation von Trans*-Personen innerhalb des rechtsextremen Spektrums oder auch die grundlegende Inter- und Trans*-Feindlichkeit der Szene. Weiter wird näher auf die Bedeutung von unterschiedlichen Männlichkeitskonstruktionen innerhalb der extremen Rechten eingegangen. Ein Fokus wird zudem auf antifeministische Mobilisierungen gelegt, die verstärkt eine Scharnierfunktion zu anderen Akteur*innen und Ungleichheitsideologien wie Antisemitismus und Rassismus bilden.

03. Mai // 21 Uhr // Café am Grün

Pressemitteilung: Kein Fußbreit dem Faschismus! Gegen den Nazikongress auf dem Germanenhaus!

Pressemitteilung: Kein Fußbreit dem Faschismus! Gegen den Nazikongress auf dem Germanenhaus!

Pressemitteilung des Bündnisses gegen Rechts zu den Protesten vom 24.11.18, Marburg (Lahn)

Unter dem Motto ‚Für eine Gesellschaft der Vielen – kein Fußbreit dem Faschismus‘ haben wir als Bündnis gegen Rechts Marburg am 24.11. demonstriert. Anlass war eine intern beworbene Veranstaltung auf dem Haus der Burschenschaft Germania mit dem Titel ‚Junges Europa‘, auf der einschlägige Akteure der extremen Rechten referierten. Besonderes Anliegen des Bündnisses war, den Netzwerkcharakter der Veranstaltung offenzulegen. Die bunte Mischung der Demo-Teilnehmer_innen sowie der Redebeiträge machte klar, dass die DB Burschenschaften Germania, Rheinfranken und Normannia-Leipzig als maßgebliche Architekten und Akteure innerhalb des Rechtsrucks ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellen. Trotz der knappen Mobilisierungszeit folgten rund 600 Menschen unserem Aufruf. Ein entschlossenes Zeichen gegen die faschistoiden Verstrickungen in der Lutherstraße!

Weder das Novemberwetter, noch vereinzelte Provokationen seitens der Faschos konnten uns daran hindern. Während Heinrich Mahling, Marburger Germane und Aushängeschild der Identitären ‚Bewegung‘ in Hessen, vorgeschoben den Gegenprotest beobachten musste, flüchtete sich ein Großteil der Besucherinnen der Burschi-Veranstaltung in den steilen Hintereingang des Germanenhauses am Gisonenweg. Schnell wurde deutlich, was sich hinter dem Label dieser sich als „Neu“ bezeichnenden Rechten versteckt. Neben Aktivist_innen der Identitären Bewegung, der AfD sowie Verbindungsstudenten waren auch Gäste der neonazistischen Kleinstpartei Der III. Weg und der NPD-Jugendorganisation Junge Nationalisten zu Besuch. Sie alle teilen neben reaktionärer, faschistoider Ideologie die Bestrebungen, sich einen modern wirkenden Anstrich zu ver – passen. Daraus ergibt sich auch die Schnittstelle für den Vortrag Alain de Benoists. Einem ehemaligen fran – zösischen Rechtsterroristen sowie „Vordenker“ der Neuen Rechten.

Rassistisch, sexistisch, ekelhaft! – Das ist die Deutsche Burschenschaft!

Es bleibt im Nachhinein zu betonen, dass die große Rolle, die Burschenschaften in diesem extrem rechten Netzwerk spielen, auch weiterhin Bestand hat. Die Veranstaltung beweist eindrücklich, dass sie dem Netz – werk der neuen und extremen Rechten nicht nur räumliche und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, son – dern auch personell eng mit ihm verwoben sind. Bereits in unserem Aufruf haben wir festgestellt: Die Germania ist dabei nicht nur irgendeine Burschenschaft, sondern nahm in den letzten Jahre eine zentrale Rolle an der Spitze des Misthaufens ein. Ihre Verflechtungen in die sog. Identitäre „Bewegung“, Kontakte und Überschneidungen mit rechten Think-Tanks, wie dem Institut für Staatspolitik oder dem Antaios Verlag und nicht zuletzt die Verstrickung innerhalb des völkischen Flügels der AfD sowie der Jugendorganisation Junge Alternative wurden und nazistischer Politik anbiedern. Dabei schrecken die Burschenschafter auch nicht vor Gewalt zurück – sie ist den Burschenschaften und ihren reaktionären Ritualen genauso inhärent, wie ihr Antifeminismus und ihr völkisches Denken. Kurz: Die Germania Marburg hat kein Nazi-Problem, sondern ist ein Nazi-Problem.

Schlechtes Wetter, harte Zeiten…

Es ist unsere zivilgesellschaftliche Pflicht, dass diese Burschen nicht ungehindert auf ihren Häusern den gesellschaftlichen Rechtsruck vorantreiben können. Umso wichtiger ist es, sich diesen extrem rechten Akteurinnen entgegen zu stellen. Entschlossen positionieren wir uns gegen alle Menschenfeinde, die momentan unter dem Deckmantel einer Neuen Rechten, einer Identitären Bewegung oder einer Alternative für Deutschland ihr braunes Netzwerk voran spinnen. In jüngerer Vergangenheit konnte man vermehrt beobachten, wie die gleichen Akteur*innen aus der Lutherstraße die Grenzen des Sag- und Fühlbaren im Stadtbild ausreizen und verschieben wollen. In Marburg darf es keinen Rückzugsort geben für diskriminierendes, reaktionäres und faschistoides Gedankengut!

Als breites Bündnis setzen wir uns auch zukünftig für eine freie und plurale Gesellschaft ein und freuen uns über Menschen, die sich daran beteiligen möchten. Nicht vergessen möchten wir dabei die Solidarität mit den vielfältigen emanzipatorischen Gruppen und Einzelpersonen, die sich Tag für Tag dafür einsetzen! Und sei es nur, um uns im Nieselregen mit Kürbissuppe und Tee zu versorgen.
… gegen den Faschismus fighten!

Redebeitrag: Internationaler Tag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Redebeitrag: Internationaler Tag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Burschivillen zu Frauenhäusern – Gegen den vermeintlichen Feminismus von Rechts!

Der 25. November ist der Internationale Aktionstag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Wie jedes Jahr hat das Autonome FrauenLesbenReferat im AStA Marburg eine Demonstration zu diesem Tag veranstalten. Unter dem Motto „Burschivillen zu Frauenhäusern machen!“ wollen wir gemeinsam ein Zeichen setzen. Ein Zeichen gegen die extrem rechte Vereinnahmung feministischer Kämpfe. Ein Zeichen gegen die rassistischen Diskurse um Gewalt gegen Frauen. Ein Zeichen gegen die extrem rechte Gewalt gegen Frauen. Hier unser Redebeitrag zur Demo.

Gewalt gegen Frauen* war und ist allgegenwärtig. Ob Alltagssexismus, Catcalling auf offener Straße, Grabschen in der Disco, häusliche Gewalt, Abusive Relationships, Psychoterror. Man könnte die Liste ewig weiter führen. Auch in der Politik und vor Gericht ist Gewalt gegen Frauen* immer noch ein Thema, das gerne unter den Tisch gekehrt wird. Kristina Hänel, Natascha Nicklaus und Nora Szász wurden wegen des angeblichen Werbens für Schwangerschaftsabbrüche angeklagt bzw. verurteilt. In Irland wurde ein Vergewaltiger freigesprochen, weil seine Anwältin, Elizabeth O‘Connel, der Betroffenen aufgrund derer Unterwäsche unterstellte, dass alles einvernehmlich war. Brett Kavanaugh wurde trotz mehrfacher Anschuldigungen sexueller Übergriffe zum Richter des obersten Gerichtshofs der vereinigten Staaten, Donald Trump sogar zum Präsidenten gewählt.

Nicht vergessen sollte man hierbei auch den sogenannten Feminismus von rechts, der sich von weißen Frauen an weiße Frauen richtet. Das bekannteste Beispiel hierbei sind die Frauen der 120bd-Bewegung, eine Gruppe, die Ihren Namen nach einem Taschenalarm ausgesucht hat. Dieser erreicht beim Auslösen eine Lautstärke von 120db und begleitet viele Frauen*, damit in Notfallsituationen Hilfe eilt.

Klingt in erster Linie eigentlich nicht schlecht, bis man feststellt, dass sich diese Bewegung an weiße Frauen richtet, die Übergriffe durch migrantische Männer fürchten.

Es soll diesen Frauen nicht abgesprochen werden, dass so etwas passiert, jedoch produziert das Ganze in erster Linie kein feministisches Denken, sondern rassistisches Gedankengut. Denn es sind nicht nur weiße Frauen, die der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt sind und es sind nicht ausschließlich Männer mit Migrationshintergrund, die solche Gewalttaten verüben.

120db denkt, dass sie eine Lücke im Gewaltsystem gegen Frauen* ansprechen und dass sie deshalb einen feministischen Gedanken vertreten. Sie zählen die Namen der Opfer auf, die durch Männer nicht- deutscher Herkunft ihr Leben ließen. Doch schließen sie damit all jene Frauen* aus, die Gewalt durch weiße Männer erfahren haben, oder migrantische Frauen, die Betroffene eben solcher Taten wurden. Auch Melanie Schmitz, Aktivistin der Identitären Bewegung, verteilte bereits, unterstützt von breitschultrigen IB-Aktivisten, unter dem Slogan „fass meine Schwester nicht an“ Pfefferspray an junge Frauen, damit diese sich vor übergriffigen Ausländern schützen können.

Rechte Frauen, die sich Feministinnen nennen, ziehen diesen Begriff und alle, die tagtäglich für mehr Feminismus kämpfen, durch den Dreck und merken dabei nicht einmal, dass sie in ihren eigenen Strukturen nicht ernst genommen werden. Dass sie, wenn es drauf ankommt fallen gelassen werden, weil der Männerbund dann doch stärker ist, als die vermeintlichen Rechte, die man den eigenen Frauen zuspricht.

Denn wer denkt, dass 120db eine allein von Frauen verwaltete Bewegung ist, irrt. Ein Blick ins Impressum genügt und der Name Martin Sellner, führender IB-Kader, ploppt auf. Auch, wenn die Aktivistinnen immer wieder behaupten eine eigenständige Bewegung zu sein, so gint es doch einige Punkte die dagegen sprechen. So werden sie beispielsweise oft von Sellner interviewt oder arbeiten in Strukturen der Identitären Bewegung mit, auch, wenn es vielleicht nur als eine Art „Postergirl“ ist. Es ist also davon auszugehen, dass 120db eine Art Kampagne ist, die die IB auch für Frauen attraktiv gestalten soll um so mehr Anklang in der Gesellschaft zu finden.

Wenn man aber die Linie der IB weiterverfolgt, entdeckt man sehr schnell noch andere Strukturen, mit denen zusammen gearbeitet wird: Die Deutsche Burschenschaft.

Spätestens nach dem Outing des Germanen Heinrich Mahling ist klar, wie eng unsere Burschis und die IB miteinander verknüpft sind. Denn Mahling ist neben seinem Faible für das Farbentragen auch ein bekannter Aktivist in der Identitären Bewegung und wird immer wieder auf Kundgebungen dieser gesehen. Im gleichen wie seine Aktionen in Marburg stattfanden, tauchten dann auch wieder Sticker der 120bd-Bewegung auf. Zufall? Höchstwahrscheinlich nicht. Wer also immer noch denkt, dass 120bd für Feminismus steht, hat den Begriff Feminismus nicht verstanden.

Feminimus bedeutet, dass man für die Gleichstellung aller Geschlechter jeder Herkunft kämpft und sich nicht nur die Komponenten raussucht, die man zum eigenen Vorteil nutzen kann. Feminismus bedeutet Solidarität mit allen Betroffenen, die durch das Patriarchat unterdrückt werden.

Unser Feminismus braucht keine Männer, die sich hinter uns aufbauen, damit wir Anklang finden. Was wir wollen ist, dass man unsere Stimmen wahrnimmt! Wir wollen uns nicht mehr dafür rechtfertigen müssen Feminist*innen zu sein, in dem wir anderen erklären, welche Vorteile das ganze für Männer hätte! Wir wollen nicht, dass die Bezeichnung Feminist*in als Schimpfwort benutzt und teilweise auch so wahrgenommen wird!

Was wir wollen ist Gleichstellung, Gerechtigkeit. Dass man uns nicht mehr fragt, welche Kleidung wir anhatten, warum wir denn nicht lachen, wenn wir auf der Straße laufen. Dass man uns nicht mehr beschimpft oder gar schlimmeres, wenn wir keine Lust haben mit irgendwelchen Typen einen zu trinken oder ihnen unsere Nummer zu geben. Wir wollen, dass Burschis uns fürchten und sich nicht mehr aus dem Haus trauen. Wir sind kein Freiwild und wir sind auch nicht das schwächere Geschlecht. Wir gehören nicht hinter den Herd, sondern dahin, wo wir wollen! Und das nicht nur mit einem Lächeln im Gesicht, sondern mit Wut und Leidenschaft im Bauch.